Hauskirche gründen – Der Wesenskern einer Gemeinde
Eine Gemeinde wird durch drei Faktoren konstituiert:
- Mt 22 – Wir dienen Gott. (Hauskirche gründen -2).
- Mt 28; Mk 16 – Wir dienen unserer Umwelt als “Gesandte Gottes”.
- Mt 22 – Wir dienen einander als Brüder und Schwestern im Herrn (Mt 22).
In der ersten Gemeinde spiegeln sich diese drei Elemente in Apg 2, 42-43 wider:
Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle Seelen und es geschahen auch viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
Menschen aus unserer Umwelt dienen
Es ist interessant die Haltung von Jesus zu beobachten, wenn er anderen Menschen dient. Ohne das Wort Gottes anzutasten, setzt er sich über religiöse Überzeugungen hinweg und sieht auf den Kern der Bedürfnisse der Menschen. Jesus heilt mehrfach am Sabbat und greift die Heuchelei beim Zehntegeben an.
Echtes Leben hat für Jesus einen höheren Stellenwert als Prinzipien. Er hat “Tisch- und Freizeitgemeinschaft” mit Zöllnern, feiert Hochzeiten und spricht mit einer samaritanischen Frau. Hier verletzt er gleich “zwei eiserne Gesetze”: Frauen und Ausländer.
Modern würden wir vielleicht von Toleranz sprechen.
Unser Ziel, eine Hausgemeinde zu gründen, steht nicht über den Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen. Im Zweifelsfall ist aufrichtige Freundschaft wichtiger als unsere modellhaften Vorstellungen von Hauskirche oder Menschen zu unseren “Überzeugungen” bekehren zu wollen. Dies gilt sowohl für Glaubensgeschwister als auch für Nichtchristen. Wenn ich Bibel lese, erlebe ich Jesus als einen Liberalen mit Biss im besten Sinne des Wortes.
Mir gefällt folgende Aussage eines Bekannten:
Aus persönlichem Erleben weiss ich, dass wenn Menschen sich persönlich kennenlernen, Einschätzungen sich oft korrigieren. Ich denke gerade an “liberale” Freunde und an “fromme” Freunde, die entsetzlich penetrant und fundamentalistisch sind, und an strenggläubige muslimische Freunde, die eine freundliche lockere Ausstrahlung haben.Vielleicht ist dies der Grund, warum mir strenggläubige moslemische Freunde zu ihrem Eid-Fest Schafkeulen vorbeibringen und nicht den Erstgenannten, weil ich sie einfach als Menschen behandle und “moralinfrei” akzeptiere. Sie können hervorragend mit meinem christlichen Glauben umgehen.
Wir sind einfach Freunde. Mit ihnen streite ich mich von Zeit zu Zeit gerne und herzhaft über Glaubensfragen, was ich von den vorgeblich Frommen und Liberalen nicht immer sagen kann.
Spezialfall “Dienen im Internet” – Gefahren für Internetmissionare
Viele Kontakte für engagierte Christen, die Hauskirche gründen wollen, kommen heute aus dem Internet. Menschen im Internet zu dienen, ist noch schwieriger als im realen Leben.
Ich vergleiche Internetuser mit Autofahrern. Dort nimmt man den Autotyp wahr und nicht den Fahrer. “Immer diese blöden BMW-Fahrer …”. Auch das Internet entpersonalisiert. Kultivierte Menschen verletzen sich hier scharfzüngig als ob sie noch im dunklen Teutoburger Wald leben würden. Dies ist ein Grund, warum Emoticons wie das ” Smile –
” erfunden wurden, um ansatzweise die Worte des Gegenübers besser einschätzen zu können.
Reihenfolge von Gemeindegründung in Apostelgeschichte
In Apostelgeschichte sehen wir ein Muster wie Gemeinde entsteht. Erst haben die Jünger Jesu in Apg 1, 13 zusammen gebetet und Gott gedient. Dann ging es in Apg 2,1 ff. schon in die Öffentlichkeit, um Menschen an Pfingsten mit Zeichen und Wundern zu dienen. Daraus entstand dann Gemeinde in der in Apostelgeschichte 2, 42 beschriebenen Form.
Das Beispiel aus Apostelgeschichte kann auch unsere Prioritäten neu ordnen, wenn wir Hauskirche gründen wollen. Nicht das Haus oder die Kirche steht im Vordergrund, sondern Menschen und unsere Umwelt. Doch an erster Stelle steht unsere Beziehung zu Gott.





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