Hauskirche gründen
Gott dienen, der Umwelt dienen, den eigenen Glaubensgeschwistern dienen. Diese drei Faktoren machen Gemeinde aus.
Eine neue Hauskirche, die von Anfang an und an erster Stelle evangelistisch nach außen wirkt und Gebet zur Priorität macht, wird viele Fehler intuitiv vermeiden. Das Innenverhältnis der “Familienmitglieder” wird dadurch auf natürliche Weise strukturiert.
Man stelle sich dazu nur ein junges, unerfahrenes Ehepaar vor.
Sie können monate- und jahrelang hitzig bzw. sehr analytisch über das Wesen ihrer Familie, die entstehen soll, diskutieren. Sie können genau festlegen, welche Fehler der eigenen Eltern vermieden werden sollen. Doch erst wenn sie durch ein neues Baby in die Elternschaft katapultiert werden, werden diese Dinge überhaupt relevant. Man reagiert plötzlich wie die eigene Mutter, eigene Schwächen und Stärken offenbaren sich. Und überhaupt ist alles in der Familie anders geworden seit der Kleine da ist. Auch das Verhältnis untereinander als Ehepaar.
Eine undogmatische Sprachregelung
So wie ein frisch verheiratetes Ehepaar ohne Kinder strenggenommen noch keine Familie ist, ist auch eine Hauskirchenfamilie ohne neu wiedergeborene geistliche Kinder nur eine Hauskirche in Wartestellung. Eine Hauskirche in Gründung und noch keine Hauskirche im engeren Sinne.
Das Innenverhältnis beim Hauskirche gründen entwickeln
Eine junge Gemeinschaft ist vielen Gefahren ausgesetzt. Meist als Paket von inneren Gefahren und Bedrohungen von außen. Eifersucht, Machtgerangel sowie Personen von außen mit “Sprengkraft” für die Hausgemeinde, die nach und nach ganz sicher kommen werden.
Diese Konflikte werden die Hauskirche stärker machen, wenn sie offen angenommen werden.
Dazu sind zwei Dinge notwendig: Liebe und Mut.
Mut
Es bedarf einer Portion Mut, einer Person zu sagen, dass sie nicht zur Gruppe passt und die Hausgemeinde den festen Grundsatz hat, nur in Ausnahmefällen durch Transferwachstum zu wachsen. Nämlich dann, wenn eine originäre Berufung zu Hauskirche vorliegt. Sätze wie: “Wir wollen mal schauen” oder “Bei euch ist alles viel besser als in unserer alten Gemeinde” sind in der Regel ein Hinweis darauf, dass eine solche Berufung nicht vorliegt.
Umfassende Akzeptanz
Das Wort Liebe ist vielfach recht abgenutzt und missverständlich. Umfassende Akzeptanz umschreibt schön, wie wir uns in der Gemeinde untereinander begegnen sollten. Und wenn wir ehrlich sind, sehnen wir uns genau danach. Eine Person, die sich umfassend akzeptiert fühlt, wird einen Reifeprozess durchmachen. In einer solchen Atmosphäre muss man nicht mehr vorgeben etwas zu sein, noch nicht einmal mehr besonders geistlich. Man kann Schwächen zugeben und seine Stärken ohne Angst vor Eifersucht zeigen.
Teambuilding nach Epheser 4
Ziel ist es, nach und nach möglichst viele Funktionen aus der Epheser-Bibelstelle in der Hausgemeinde zu entwickeln.
Wie werden hauskircheninterne Dienste und Funktionen aktiviert?
Das Prinzip ist: Umfassende Akzeptanz erzeugt Gnade. Diese Gnade wird atmosphärisch spürbar werden, wenn sich die Hauskirche zum Beten, essen und Bibellesen trifft. Gnade erzeugt in Verbindung mit Gebet, Gemeinschaft und Wort Gottes Wachstum. Über das Wachstum werden Gaben und Berufungen in uns deutlicher.
Im Wort Gottes heisst es, dass Gnade unser Herz fest macht. Gnade aktiviert Dienste und Funktionen. Durch Gnade wird automatisch klar, dass die Funktionen nur in einem Beziehungsgeflecht entstehen und funktionieren können. Ein anderer, sehr häufiger Weg zur Abkürzung, ein Team zu “erzeugen” ist das Diskutieren, Spekulieren und “Prophezeien”. Ein Team ist jedoch ein wachstümliches Gebilde. Es wächst am besten in einer Atmosphäre einer umfassenden Akzeptanz des anderen und von Gnade.
Irgendwann wird der Punkt kommen, wo zwei Menschen zueinander sagen: Ich ordne mich deiner Gabe unter. Und der andere wird sagen: Ich sehe das genauso und ich ordne mich deiner Gnadengabe in Gott unter. Und dies ohne die eigene Verantwortung vor Gott aufgeben zu müssen.




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