Mit ADHS umgehen – Jesus erfahren

20. Januar 2012
von Für-Gott
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Kurzbiografie: Claus Buchholz Jahrgang 1956, hineingeboren in die Generation der stummen Eltern.

Seine Eltern sind nationalsozialistischen geprägt. Er wächst als erstes von zwei Kindern in dieser Familie auf. Er erlebt Traumata durch Gewalt physischer und psychischer Form im Eltern- haus, Schule und Beziehungen. Er hat erst im Jahre 2003 erfahren, dass das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ein Auslöser vieler seiner Lebenschwierigkeiten war.

Da er als junger Mann Jesus als seinen Retter kennen lernte und Jesus ihn mit seiner Liebe erfüllte konnte er bis heute Überleben.

Er schreibt folgendes über seinen Lebensweg:

Ausgespuckt von meiner Familie, die mit meinem Anderssein nicht klar gekommen ist. Am Rande der Gesellschaft, vogelfrei, ein Outlaw.

Die Flasche war meine Braut, die ich brauchte, um das Gefühl der Zerrissenheit, das Ge- spanntsein wie ein Bogen loszubekommen.
Jeder Schluck bedeutete Ruhe in meinem Kopf, ja nach der Ruhe sehnte ich mich. Nach Schlaf!

Aber wo ist dieses Paradies. Ich fand es scheinbar nicht.

Gequält von den Albtraumen der Prügel, die mir mein Vater verabreichte, weil ich die Normen der Gesellschaft nicht erfüllte, war jede Nacht ein Taumel durch die Stadt in der ich wohnte. Jeder Tag ein Schrei nach Erlösung, am besten in den Armen von Bruder Tod. Diesen Zustand durfte ich Jahre erleben, zerrissen zwischen Arbeit, Langeweile und Einsamkeit, Drogen, Alkohol und Prostituierten.

Ein Leben ohne Hoffnung, ohne Ziel.

Da wusste ich noch nichts von dem Gott, der sich den Menschen in den Weg stellt. Es war wieder so ein Abend der Verzweiflung, mittlerweile hatte ich mir einen Hund zugelegt, mit dem ich sprechen konnte. Da war auf dem Platz, wo ich mich betrank, ein Zelt. In dieses Zelt wankte ich, ohne viel zu fragen, lies ich mich auf einen Stuhl fallen, um zu hören was dieser komische Anzugträger da vorne zu erzählen hatte.

Dieser Kerl hatte doch die Frechheit mich mit meinem Namen anzusprechen und mir dann alles, was ich so an Blödsinn betrieben hatte, zu erzählen. Er beendete seine Rede mit dem Satz, dass heute hier mein altes Leben enden würde, und ein Neues beginnen würde.

Unter diesen Worten brach ich zusammen, wurde überwältigt von den Verbrechen, die ich begangen hatte der Schuld. Mein Leben gab ich an diesem Abend in die Hände Gottes. Keiner störte sich an dem stinkenden Koloss in den zerrissen Klamotten, den verfilzten Haaren. Alle Anwesenden freuten sich, sie lobten Gott so ganz habe ich es an diesem Abend nicht verstanden.

Es war nur die erste Nacht ohne Albträume, einer Ruhe, die ich nicht gekannt hatte und das war ganz toll.

Das war echt krass, was ich damals mit Gott erlebte. Der Anfang in meinem Glaubensleben war wie wenn man Flugzeuge im Bauch hatte, so richtig liebeskrank. Diese Liebe durchflutete einen mit einem nie gekannten Glücksgefühl, so dass man die ganze Welt umarmen konnte.
Allen musste ich erzählen, was Gott Großes getan hatte, Jesus war am Kreuz gestorben, damit ich Claus der dreckige Sünder leben konnte.

Das war ganz toll, der nächste Schritt die Wiedergeburt erlebte ich so, das nach Römer 6, Vers 17 die Lehre einem ins Herz gegeben wird. Das habe ich mir so vorgestellt, dass flüssiges Metall in eine Gussform hinein gegossen wird. Dass das Wort Gottes als Gussform dient, in der mein Leben hineingegossen wird, und so zur Ehre Gottes verändert. Er hat mich ausgerüstet mit seiner Kraft für einen langen beschwerlichen und dunkeln Weg, auf dem immer irgendwo Gottes Licht leuchtete.

Denn nach diesen tollen Erfahrungen setzten die Schwierigkeiten des alten Lebens wieder ein.
Ich hatte schon immer Probleme mit meiner Aufmerksamkeit, konnte mich nicht richtig auf eine Aufgabe konzentrieren, als Vergleich diente mir immer folgendes Bild der eines Such- Scheinwerfers, der auf einem wackligen Kugelgelenk montiert ist.

Denn bei der kleinsten Ablenkung bewegt sich dieser Scheinwerfer in Richtung des neuen Reizes, so war ich immer enorm ablenkbar, vergesslich, sprunghaft und zerstreut. Ich vergaß sehr viel, machte viele Flüchtigkeitsfehler, vertrödelte viel Zeit. Es fiel mir schwer, gezielt Wissen abzurufen und so war meine Arbeitsleistung inkonstant. Aber erstaunlich war, dass ich mich auf etwas ganz hervorragend konzentrieren konnte, wenn es mich sehr interessierte. So schwankte ich nicht selten zwischen einer „Null-Bock“-Haltung und dem eines „workaholic“.

Gebet

20. Januar 2012
von Für-Gott
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ADHS – das Salz der Erde

Was ich damals und heute an Schwierigkeiten erlebe, ist auf das ADS Syndrom zurückzuführen, denn ein ADSler leidet unter einer Affektlabilität und Impulsivität.

Ein Leben auf der Achterbahn

Unter diesen beiden Begriffen versteht man, dass die Betroffenen ständig auf einer emotionalen Achterbahn leben, von „Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt“. Sie leben quasi dauernd in Extremen. Auf kleinste äußere Begebenheiten reagieren sie emotional heftig, häufig auch überzogen.

Impulsiv

Da geht gerade die Welt unter, weil eine relativ harmlose Bemerkung eines Mitmenschen eine tiefe Kränkung verursacht, dann funktioniert der Bohrer nicht, weil man vergessen hat die Batterien aufzuladen und schon fliegt er gegen die Wand. Wenn dann aber ein Freund anruft, ist die Welt wieder in Ordnung.

Stimmungswechsel

Diese extrem schnellen Stimmungswechsel machen den Betroffenen, aber auch ihren Mitmenschen, sehr zu schaffen. Die Impulsivität ist ein weiteres Problem. ADHS- Betroffene handeln blitzschnell aus dem Bauch heraus, überschießend – „erst gemacht, dann gedacht“. Es tut ihnen oft hinterher leid, dass sie wieder so extrem reagiert haben, aber sie bekommen in diesem Augenblick ihre heftigen Gefühle nicht unter Kontrolle.

„Mimosen mit einem Morgenstern bewaffnet“

Es sind die HB-Männchen, die Geistesblitze, aber auch die Menschen mit den zwei Gesichtern, von denen man alles haben kann, wenn sie gut gelaunt sind, die aber völlig ausrasten, wenn sie unter Stress kommen und gnadenlos ihre Gefühle in die Welt schleudern, wenn ihnen danach ist.

Sie sind für sich selbst hyperempfindlich, aber überhaupt nicht zimperlich damit, sofort auszuteilen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Es ist ein extremes Gefühlsleben, nicht selten im Ausnahmezustand. „Schwarz – weiß“ und es gibt nichts dazwischen. Die Mitte wird so nur selten gefunden und sowohl Frustrationen als auch Niederlagen werden schwer ausgehalten. Sie fangen schnell begeistert etwas an und bei der kleinsten Schwierigkeit verlieren sie die Lust. Dies führt oft dazu, dass sie immer wieder neue Jobs anfangen oder auch in Beziehungen schnell aufgeben, wenn es schwierig wird.

Chaos und Desorganisation

Das führt zu Chaos, Desorganisation ADHS- Betroffene können schwer Ordnung halten, weil sie keine innere Struktur haben. Alles erscheint gleich wichtig und so können sie nichts wegwerfen, was durchaus auch bis zu einem „Messie- Dasein“ (engl. mess = Unordnung, Dreck, Schwierigkeiten) führen kann. Das Chaos um sie herum gleicht ihrem inneren Chaos. Sie finden wichtige Sachen in ihren Unordnungshaufen nicht, und sie haben keinen Überblick in ihrem Leben.

Chaosprinzessinnen und zerstreute Professoren

Bei Frauen sind es die „Chaosprinzessinnen“, bei Männern die „zerstreuten Professoren“, denen man einfach alles hinterher tragen muss. Das führt zu Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Schule und mit Mitmenschen.

Bei all den oben aufgeführten Problemen ist es verständlich, dass es hier zu erheblichen Problemen kommen kann. Oft fühlen sich die Betroffenen gemobbt, weil sie mit ihrer Impulsivität und Stimmungsschwankungen anecken und die inkonstanten Leistungen führen zu erheblichen Problemen am Arbeitsplatz.

Folgen für Angehörige

Nicht selten erkranken auch die Partner und Angehörigen an Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen, weil es sehr belastend ist, mit den täglichen Stimmungsschwankungen und dem Chaos umzugehen. Es zeigt sich eine Vervierfachung der Scheidungsrate, wenn ein Familienmitglied von ADHS betroffen ist. Erschwert wird dies durch die hohe Erblichkeit, so dass oft noch ein Kind zusätzlich betroffen ist, was die Probleme potenziert.

Das Durchhaltevermögen und die Selbstmotivation können stark eingeschränkt sein, was zu schneller Resignation und Mutlosigkeit führt. ADHS -Betroffene besitzen erfahrungsgemäß einen riesigen „inneren Schweinehund“, den sie nur sehr schwer für Aufgaben überwinden können, die sie nicht interessieren.

Selbstzweifel und mangelndes Selbstbewusstsein

Vor diesem Hintergrund resultieren oft Selbstzweifel und ein mangelndes Selbstbewusstsein. In den meisten Biographien von ADHSlern zeigt sich eine Ansammlung von traumatischen Erfahrungen.

Die Kinder haben früh die Erfahrung gemacht, dass sie nicht lernen konnten, vergesslich waren und in der Schule schlechte Noten hatten. Waren sie auch noch hyperaktiv, haben sie meist Ablehnung von anderen erfahren und sind in eine Außenseiterposition geraten. Die vorherrschende Lebenserfahrung in der Kindheit war dann: „Ich bin dumm und werde abgelehnt“. Das ist keine gute Voraussetzung für die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls bis ins Erwachsenenalter hinein.

´Kommt ihnen das irgendwie bekannt vor?

Jesus ist die Mitte des Lebens und kann helfen.

Gebet